Konstellation aus vier von der Decke hängenden Glasscheiben, 19mm Floatglas, grob geschliffen und feinpoliert. Glasperlen am Zweigasbrenner gefertigt. Muscheln, menschlicher Weisheitszahn, Draht. 4 x 26,7cm x 43,2cm x 17cm. 2017.

"Im Fokus der Arbeit liegt die Technik selbst:  Die Dynamik der schnelldrehenden Metallräder, das Fließen des Wassers, der Lärm des Glases, wenn es nachgibt, und die Brechung des Lichts der von oben herabscheinenden Lampe. Anhand spontaner Bearbeitung, man könnte schon fast meinen im Laufe eines meditativen Prozesses, werde ich den Augenblick nehmen wie er kommt und wie er – im Hier und Jetzt - ist. Dadurch dürfen das Glas und die Formen sein wie sie sind: Frei und in sich, für sich perfekt. "

Das Projekt Das Suchen und Finden der freien Form besteht aus vier freiheitlich geformter, von der Decke hängenden, 19mm starken Floatglasscheiben.

Aus diesen Scheiben wachsen einige Drahtgebilde heraus, die mit vielgeschichteten Glasperlen, Muscheln, Zähnen, Steinen und anderen Fundstücken versehrt sind. Die Gebilde repräsentieren die unerwarteten Wendungen des Lebens, die immer dann auftauchen, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Das Glas selbst wurde in der Schleiferei mit Strukturen versehen, ohne dass davor genaue Entwürfe festgelegt wurden. Die Idee hinter diesem Projekt lag in dem Loslassen geometrischer Regeln und gesellschaftlicher Konventionen. In diesem Fall wird das Glas nicht als Medium zur Transformation der Künstlerin behandelt, sondern vice versa. Dadurch, dass die schnelldrehenden Räder der Schleifmaschinen, das Glas selbst, das Licht und das herabfließende Wasser über den Schaffensprozess entscheiden dürfen, wird das Glas um seiner selbst Willen befreit. Es darf sein wie es ist: In sich und für sich perfekt. Dementsprechend definiere ich mich in dieser Arbeit nicht als aktive Künstlerin, sondern als Mittel zum Zweck für die Transformation des Glases.